Wien, 25. März 2020 - (OTS) - Der Bundesverband Lebenswelt Heim begrüßt die neuen Maßnahmen der Bundesregierung, um auch Notsituationen in der Pflege und Betreuung der derzeit daheim betreuten Menschen abzuwenden. Für schnelle Notmaßnahmen schlägt er vor, auch auf das Gesundheitsberuferegister zurückzugreifen. In Alten- und Pflegeheimen gibt es, sobald genügend Personal zur Verfügung steht, noch freie Plätze.

Die aktuelle Krisensituation macht bewusst, dass mit der Pflegereform mittelfristig neue Wege angestrebt werden müssen, damit Österreich die Altenpflege in Zukunft weitgehend selbständig mit genügend und gut ausgebildetem Pflegepersonal selbst lösen kann.

Als eine mögliche schnelle Maßnahme schlägt der Bundesverband Lebenswelt Heim vor, auch auf die Erkenntnisse aus dem Gesundheitsberuferegister zurückzugreifen, denn viele der hier Eingetragenen, arbeiten derzeit nicht in ihrem Beruf. Ein Aufruf an all diese Personen könnte kurzfristig neue Kapazitäten zur Bewältigung der aktuellen Situation bedeuten. „Wir brauchen derzeit jede einzelne Pflegekraft! In einigen Bundesländern haben wir auch in den Alten- und Pflegeheimen freie Kapazitäten und könnten pflegebedürftige Menschen aufnehmen, sobald genügend Personal zur Verfügung steht“, so Markus Mattersberger, Präsident des Bundesverbandes Lebenswelt Heim.

Auch die Krankenhäuser sind derzeit bemüht alte Menschen in die Pflegeheimbetreuung zu überstellen, um freie Kapazitäten zu bekommen. „Das macht natürlich Sinn und wir sind bereit Verantwortung zu übernehmen. Wir fordern jedoch klare Richtlinien zur Aufnahme von Menschen aus den akutstationären Einrichtungen in die Heime. So sollte z.B. vor einer Heimaufnahme eine zeitnahe Testung auf das Coronavirus erfolgt sein, um eine Übertragung in die Heime möglichst auszuschließen zu können.

Alles andere wäre unverantwortlich und birgt mögliche fatale Folgen für unsere BewohnerInnen, die alle in die Hochrisikogruppe fallen“, so Mattersberger. Nur durch entsprechende Vorkehrungsmaßnahmen sei es den Heimen möglich, über längere Zeit handlungsfähig zu bleiben. Insgesamt sei eine hohe Priorität auf eine Entlastung und Unterstützung auch der Alten- und Pflegeheime zu legen, damit diese nicht zu einer massiven Belastung des akutstationären Sektors werden – wenn es nämlich zu einer erhöhten Erkrankungszahl in den Heimen käme und die Bewohnerinnen und Bewohner in die Kliniken überstellt werden müssten.

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