Wien, 11. Juli 2014 - OFFENER BRIEF 
 
Sehr geehrte Frau Schnabl,                                                                 
sehr geehrtes ORF Report-Team,
 
im Report vom 8. Juli 2014 zeigten Sie einen Beitrag "Gefängnis Chaos"

O-Ton:
Report: „Wegschauen ist nicht mehr möglich. Ein 74-jähriger psychisch kranker Häftling verrottet unter den Augen der Justizwache. Monatelang will niemand etwas gemerkt haben. Vier Beamte werden kurzfristig suspendiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Ein Skandal, der Österreich aufrüttelt. Wie kann so etwas passieren? Der Vertreter der Justizwache hat seine eigene Erklärung.“

Franz Ehrenberger, Justizwachegewerkschaft Stein, FSG: „Man sieht ja, dass es möglich ist. Schauen Sie draußen, man hört es draußen in den Altersheimen, überall hört man es. Machen die auch so einen Wind? Wenn die, die sich für die Republik Österreich jetzt zum Bespiel schon verdient gemacht haben, wird dort irgendetwas gemacht? Gibt es dort genügend Betreuung für die Leute, die sich eigentlich verdient gemacht haben für Österreich? Und hier macht man ein wahnsinniges Aufheben. Ich hab mich selbst erkundigt. Wissen Sie wie viele Leute draußen mit solchen Zehennägeln herumlaufen? Viele, wirklich!“

Report: „Sie meinen es wird eigentlich zu viel Wirbel gemacht“

Franz Ehrenberger: „Ja“

Report: „… um etwas, was gar nicht so schlimm ist?“

Franz Ehrenberger: „Naja schlimm, schauen Sie, schlimm, unter schlimm kann ich gleich etwas darstellen. Schlimm kann ich gleich irgendetwas darstellen.“
Report: „Nicht schlimm. Also eine Skandalisierung auf dem Rücken der Beamten. Eine Reaktion, die nicht nur im Justizministerium für Kopfschütteln sorgt. Auch der knappe Personalstand sei keine Entschuldigung.

Wolfgang Brandstetter, Justizminister, ÖVP: „So ein Fall darf nicht passieren. ….“

Lebenswelt Heim, der Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs – wir repräsentieren bundesweit  rund 650 Alten- und Pflegeheime –  weist die Aussage von Herrn Ehrenberger entschieden zurück!

Auch wenn dies eine Aussage eines Justizwachegewerkschafters in der Sendung „Report“ war und nicht die Wertehaltung des Report-Teams widerspiegelt, so blieben die Sätze doch unwidersprochen in Ihrem Beitrag stehen. Insofern ist dieser Beitrag geeignet, die massiven Bemühungen für ein positives Image der Alten- und Pflegeheime zu zerstören! Bemühungen, für welche der Bundesverbandes der Alten- und Pflegeheim Österreichs „Lebenswelt Heim“, die neun Landes-ARGEn, sowie jede einzelne Einrichtung der Alten- und Pflegearbeit eintritt!
 
Wir möchten daher aufzeigen:
Seit nunmehr zwanzig Jahren setzt sich Lebenswelt Heim, der Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs und jede der Landes-ARGEn, intensiv mit dem Thema Qualitätsmanagement in den Heimen auseinander - in immer mehr Einrichtungen sind Qualitätsmanagementsystemebereits Standard.
In einem weiteren Schritt wurde in den letzten Jahren in einer vom Sozialministerium und „Lebenswelt Heim“ gemeinsam eingerichteten Arbeitsgruppe, unter der Leitung des Institutes für Bildung im Gesundheitsdienst – IBG, im Rahmen eines EU-Projektes das Nationale Qualitätszertifikat (NQZ) für Alten- und Pflegeheime entwickelt. Inzwischen ist das NQZ in den Regelbetrieb übergegangen, jährlich werden weitere Heime in allen Bundesländern geprüft und mit dem Zertifikat ausgezeichnet. Seit 2004 schreibt „Lebenswelt Heim“ den TELEIOS - Preis für Innovation, Qualität und Nachhaltigkeit in der österreichischen Altenpflege aus – den landesweit wichtigste Preis in der Altenpflege. 2013 wurde er bereits zum sechsten Mal vergeben.


Wir stehen nicht an zu behaupten: Unsere Anstrengungen für eine qualitativ hochwertige Pflege und Betreuung in Österreichs Alten-und Pflegeheimen sind bemerkenswert und es wurde dank des Einsatzes unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in jeder einzelnen Pflegeeinrichtung unglaublich viel erreicht! Darauf sind wir stolz und so wollen wir auch in der Öffentlichkeit gesehen werden! Österreichs Altenpflege ist wegweisend in Europa! Diese Darstellung streben wir auch in den Medien an – allen voran im ORF!
 
Dass diese selbstbewussten Worte auch eine tragfähige Basis haben, beweisen nicht zuletzt zahlreiche Auszeichnungen, die unsere Alten- und Pflegeheime immer öfter erhalten. So wurde erst kürzlich an eine österreichische Pflegeeinrichtung der Staatspreis Unternehmensqualität verliehen, wurden Einrichtungen mit Preisen für „Familienfreundlichster Betrieb Österreichs“, „Österreichs beste Arbeitgeber“ , … ausgezeichnet! Ehrungen, welche neben der hohen pflegefachlichen Kompetenz auch den hohen Stellenwert als Unternehmen in der Gesellschaft und für die Gesellschaft widerspiegeln!
 
Neben zahlreichen Auszeichnungen unserer Heime, gibt es selbstverständlich auch diverse Überprüfungseinrichtungen, welche sich von der geleisteten Arbeit vor Ort überzeugen:

• Einmal jährlich findet eine Überprüfung durch die Pflegeaufsichten – angemeldet oder unangemeldet - statt.
• Seit 2012 ist in Österreich die Volksanwaltschaft als unabhängige Einrichtung zur Umsetzung des Fakultativprotokolles (OPCAT) sowie Teilen der UN-Behindertenrechtskonvention (CRDP) auf Basis des OPCAT-Durchführungsgesetzes mit einem Prüfauftrag betraut. ExpertInnen verschiedener Fachdisziplinen führen seit 1.7.2012 Kontrollbesuche in diversen Einrichtungen durch, dazu zählen auch die Alten- und Pflegeheime.
• In allen Heimen gibt es eine Bewohnervertretung, mit der es einen regelmäßigen Austausch gibt, um gemeinsam an bestmöglichen Lösungen im Sinne der BewohnerInnen zu arbeiten. Bei eventuellen Beschwerden kann sie auch jederzeit zugezogen werden.
• Auch die Patientenanwaltschaft kann zur Überprüfung ins Heim kommen, falls es Beschwerden geben sollte – sowohl Angehörige wie auch das Heim selbst kann den Patientenanwalt anfordern.
• Nach dem Sozialhilfegesetz ist außerdem jederzeit eine kommissionelle Einschau, d.h. eine gesamtbetriebliche Überprüfung eines Heimes, möglich.
• Ca. alle 10 Jahre findet eine Prüfung des Landesrechnungshofes statt, dabei wird auch die Besetzung der Dienstposten überprüft.

Die demografische Entwicklung und veränderte Familienstrukturen ergeben große Herausforderungen in der Pflege und Betreuung unserer älteren Mitmenschen. Wenn es unser gesellschaftliches Übereinkommen ist, dass alten und hochaltrigen Menschen in unserem Land eine qualitativ hochwertige Pflege zukommen soll, ist es entscheidend Menschen zu finden, die diese herausfordernde Arbeit auf hohem Niveau auch machen können und wollen. Um entsprechende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen zu können, ist uns ein verantwortungsbewusster Journalismus wichtig, der Aussagen wie jene von Herrn Ehrenberger nicht unwidersprochen stehen lässt.
 
Aus gegebenem Anlass laden wir Sie daher herzlich ein – besuchen Sie Österreichs Alten-und Pflegeheime und machen Sie sich ein persönliches Bild! Sehr gerne laden wir Sie auch ein, einen Report über das Nationale Qualitätszertifikat in unseren Alten- und Pflegeheimen zu drehen und zu senden. Wir sind in Österreich auf einem sehr guten Weg – und das wollen wir der Öffentlichkeit auch selbstbewusst zeigen!


Mit besten Grüßen

Markus Mattersberger MMSc MBA
Präsident Lebenswelt Heim

Weitere Informationen: www.lebensweltheim.at www.nqz-austria.at www.ede-eu.org

Rückfragehinweis:
Markus Mattersberger, MMSc MBA
Präsident Lebenswelt Heim, Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs
Tel: + 43 (0)1 585 15 90 Mobil: + 43 (0)676 444 40 34 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Gabriele Tupy
imzusammenspiel kommunikationsmanagement
Mobil: + 43 (0)699-100 277 40 EMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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