Wien, 10. September 2007 - Mit der Kampagne „in würde altern“ treten Lebenswelt Heim, der Dachverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs und der Österreichische Seniorenrat in den kommenden Monaten für ein neues Ansehen des Alters ein. 28.000 Kleinplakate in allen österreichischen Gemeinden sowie Alten- und Pflegeheimen zeigen ein europaweit beispielhaftes und lebendiges Bild der Arbeit

und des Lebens in Österreichs Heimen und laden im Rahmen des diesjährigen Aktionsherbstes der Alten- und Pflegeheime zum Besuch und zur Auseinandersetzung ein.  Einigkeit besteht zwischen den beiden Interessensvertretungen auch darüber, dass eine Qualitätssicherung in den Heimen anzustreben ist, sowie, dass Pflege und Betreuung als Teil der öffentlichen Aufgabe und sozialen Sicherheit zu sehen sind und kein privates Risiko sein dürfen. Eine umfassende politische Lösung solle in dieser Legislaturperiode gefunden werden.

Mit den Sujets der Plakatserie „in würde altern“ wollen Lebenswelt Heim und der Österreichische Seniorenrat Bilder von hochaltrigen Menschen in unserer Ge­sellschaft verstärkt in den Blickwinkel und damit ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. „In einer Zeit, in der die Menschen jung, dynamisch, erfolgreich und gesund sein und bleiben wollen, zeigen auch die Medien keine Bilder von wirklich alten Menschen. Hochaltrige kommen nicht mehr vor. Mit unserer Kampagne wollen wir das An-Sehen des Alters zurückholen, denn es ist ein Teil unseres Lebens.“ meint Mag. Johannes Wallner, Präsident von Lebenswelt Heim. BM aD Karl Blecha und Dr. Andreas Khol, Nationalratspräsident aD., die beiden Präsidenten des Österreichischen Seniorenrates, begrüßen die Initiative „Die Kampagne unterstützt es, das An-Sehen des Altes in unsere Gesellschaft zurückzuholen.“ so Blecha.  

„in würde altern“ findet im Rahmen des diesjährigen Aktionsherbstes der österreichischen Alten- und Pflegeheime statt, der bis Ende November zu zahlreichen Veranstaltungen wie Tagen der offenen Tür, Musiknachmittagen, Vernissagen etc. in die Heime einlädt. Offene Heimtüren sollen den - auch auf europäischer Ebene – hohen Standard des Großteils der österreichischen Heime transparent machen und auf die gesellschaftliche Bedeutung unserer Alten- und Pflegeheime aufmerksam machen.


Das Pflegethema ist mit der 24-Stunden-Betreuung noch lange nicht erschöpft. Die demografische Entwicklung zeigt seit langer Zeit, dass es eine generelle Weichenstellung für ein gutes Altern - ein Altern in Würde - in unserer Gesellschaft braucht. Österreichs Alten- und Pflegeheime setzten in den letzten Jahren maßgebliche Schritte und haben einen deutlichen Qualitätsschub zu verzeichnen: Eine Vielzahl von Heimen hat neue Konzepte in der Betreuung demenziell veränderter Menschen entwickelt, Hausgemeinschaften und Wohngruppen sind mittlerweile weit verbreitete Alternativen zum klassischen Pflegeheim; speziell im Bereich der Hospizpflege wurden neue Stationen errichtet bzw. die MitarbeiterInnen in der Begleitung und Pflege sterbender Menschen qualifiziert. Khol bezeichnete die Heime wie den Pluralismus im Falle der Pflegebedürftigkeit in Österreich als mustergültig und sprach sich für ein „Pickerl“ aus, das die Qualität in den Heimen sicherstellen solle. Dazu Wallner „Wir begrüßen und unterstützen dies sehr. Jedoch nicht in Form jener Qualitätskontrollen, die die Heime bereits heute zweimal jährlich haben, sondern in Form eines ernsthaften Qualitätsmanagements. Es laufen derzeit Gespräche mit dem Sozialministerium wie mit den Ländern bezüglich einer flächendeckenden Einführung eines europäischen Qualitätsmanagementsystems, an dessen Entwicklung innerhalb eines EU-Projektes 5 Länder mit mehr als 10.000 BewohnerInnen und ca. 3.500 MitarbeiterInnen mitgewirkt haben.“

Einigkeit herrschte auch darüber, dass Pflege und Betreuung als Teil der sozialen Sicherheit gesehen werden müsse und kein privates Risiko sein dürfe. „Das ist eine öffentliche Aufgabe, ein Grundrecht in einer solidarischen Gesellschaft, die über Steuern und Abgaben zu finanzieren ist“, stimmten Khol und Blecha überein, dies sei „ein fundamental wichtiges Anliegen“. Ziel müsse es sein, im Pflegefall finanzielle Mittel in einer Höhe zur Verfügung gestellt zu bekommen, die die Menschen in die Lage versetzen, die eigene Pflege selbst lösen und organisieren zu können. Khol betonte auch das föderalistische Prinzip, das sich sehr bewährt habe und erhalten bleiben müsse. „Die Geimeinden sind stolz auf ihre Heime“. Wallner stimmte der föderalen Ebene grundsätzlich zu, die soziale Nahversorgung und die Ehrenamtlichen müssten vor Ort gestärkt werden. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass es eine Hamonisierung brauche. „Es kann nicht sein, dass ein  pflegebedürftiger Mensch am Bodensee einen völlig anderen Leistungsanspruch hat als am Neusiedlersee.“, so Wallner. „Der Wohnort kann nicht über die Leistung entscheiden“ stimmte Blecha zu, der aufforderte eine Lösung in dieser Legislaturperiode zu finden.


Lebenswelt Heim, Ottakringerstraße 264, 1160 Wien, Tel. & Fax: +43 (1) 585 15 90, Web: www.lebensweltheim.at Kommunikation: Gabriele Tupy, E-Mail:  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Mobil: 0699/11552578

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