Wien, 20. April 2018 - (OTS) - Lebenswelt Heim, der Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs weist auf die demographische Entwicklung hin und fordert von der Bundesregierung ein Gesamtkonzept zum Thema Pflege und Betreuung. Das Regierungsprogramm lässt dringend notwendige Maßnahmen und ein zukunftstaugliches Konzept vermissen.

Leben aktuell in Österreich rund 440.000 Menschen mit einem Lebensalter 80+, so werden es im Jahr 2030 rund 692.000 und 2050 rund 1,25 Mio. Menschen sein. Neben hoher fachlicher Pflege- und Betreuungsqualität gewinnen Selbstbestimmung und Autonomie immer mehr an Bedeutung. Abgestimmte Versorgungssysteme, vielfältige Angebote und ein niederschwelliger Zugang zu den Systemen sind vor diesem Hintergrund ebenso dringend erforderlich, wie deren nachhaltige Finanzierung.

Regierungsprogramm lässt konkreten Maßnahmen schmerzlich vermissen
„Leider lässt das aktuelle Regierungsprogramm konkrete Maßnahmen schmerzlich vermissen. Im Sinne unserer älteren Menschen und all jener, die 2050 80+ sein werden, gehen wir jetzt in die Offensive! Denn wie wir heute denken und handeln, entscheidet darüber, wie wir morgen in Österreich altern werden! Das betrifft UNS ALLE! Wir fordern von der Regierung ein Gesamtkonzept zum Thema Pflege und Betreuung“, so Markus Mattersberger, Präsident des Bundesverbandes der Alten- und Pflegeheime Österreichs.

Österreich stelle die Spitze jener europäischen Länder dar, die den Großteil der Pflege- und Betreuung den nächsten Angehörigen und Familien überlässt. Rund 80% der pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen werden zuhause betreut und sind mit ihren Angehörigen vielfach auf sich selbst gestellt. Informell Pflegende, zum Großteil Frauen, nehmen oftmals Belastungen auf sich, die sie dauerhaft kaum tragen können. Permanente Überlastung hat aber ihren Preis. Dieser schlägt sich in einem deutlich schlechteren Gesundheitszustand von pflegenden Angehörigen nieder, mindert deren Lebensqualität und verursacht weitere Kosten.

Pflege und Betreuung neu denken: Anstatt permanenten „Downgradings“ und einseitiger Kostendiskussion, Qualitätsdiskussion starten!
„Der Bundesverband hat einen umfassenden Forderungskatalog erstellt“, so Markus Mattersberger:

   

  • Von den best-practice-Ländern Europas lernen (z.B. nordische Länder!)  
  • Bestmögliche Strukturen in den Alten- und Pflegeheime in einem Gesamtkonzept Pflege- und Betreuung sicherstellen.   
  • Österreichs bescheidene Ausgaben für Pflege und Betreuung im europäischen Vergleich anheben.   
  • Attraktivierung der Pflegeberufe und eine Ausbildungsoffensive starten: Eine ausreichende Zahl an Ausbildungsplätzen muss zur Verfügung gestellt werden!       
  • Pflegeberufe deutlich attraktivieren (Vereinbarkeit Familie/Beruf, Bezahlung, bundesweite Imagearbeit für Pflegeberufe, Maßnahmen bez. Belastungssituationen etc.)       
  • Realistische, machbare Rahmenbedingungen für Auszubildende schaffen und an die Bedürfnisse der InteressentInnen und Auszubildenden anpassen.
  • Eine Finanzierung des Lebensunterhaltes während der Ausbildung sicherstellen – Stichwort BerufsumsteigerInnen.       
  • Umsetzung der GuKG-Novelle in der Altenarbeit, siehe „Pflegefachassistenz“ und Klärung offener Fragen.       
  • Entlastung des Personals durch Reduzierung unsinniger und doppelgleisiger Rechtsvorschriften (Kontrollinstanzen) – und damit verbunden mehr Zeit für die zu betreuenden Menschen!

Zukunftsfitte Versorgungsstrukturen sicherstellen

Ein drastischer Anstieg der Nachfrage nach öffentlich geförderten Pflegedienstleistungen in den nächsten Jahrzehnten fordert zukunftsfitte Strukturen. Diese gilt es JETZT zu schaffen. „Neun unterschiedliche Sozialgesetzgebungen der Länder, fehlende Leistungskriterien und unterschiedliche zur Verfügung gestellte Ressourcen – das ist die Basis, auf der Österreichs Alten- und Pflegeheime derzeit einheitliche und überprüfbare Leistungen in der Betreuung und Pflege ihre BewohnerInnen erbringen sollen. Die Politik hat dringenden Handlungsbedarf“, resümiert Mattersberger.

Rückfragen & Kontakt:

Markus Mattersberger, MMSc MBA
Präsident Lebenswelt Heim,
Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs
Tel: + 43 (0)1 585 15 90
Mobil: + 43 (0)676 444 40 34
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.lebensweltheim.at
Gabriele Tupy
imzusammenspiel kommunikationsmanagement
Mobil: + 43 (0)699-100 277 40
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