Wien, 10. September 2008 - Im internationalen Vergleich steht das österreichische Pflegesystem gut da. Dennoch hat sich in den letzten Jahren ein Stillstand entwickelt, viele Probleme sind entstanden, die von der Politik nicht in Angriff genommen werden.

Der Dachverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs hat deshalb ein Positionspapier vorgelegt. Die Forderungen sind bekannt und auch schon länger in Diskussion. Wichtigster Punkt: Die Erhöhung des Pflegegeldes.

„Wir haben derzeit gut 400.000 Pflegegeldbezieher in Österreich. Unsere Forderung ist, dass das Geld wenigstens um 5 Prozent linear angehoben wird, mit einer jährlichen Valuierung. Es kann nicht sein, dass wir wieder 10 Jahre warten müssen, bis Geld zur Verfügung gestellt wird", sagt Mag. Johannes Wallner, Präsident Lebenswelt Heim, Dachverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs.

Das Pflegegeld hat seit seiner Einführung rund ein Fünftel seines Geldwertes verloren. Damit wird die Finanzierung von Betreuungs- und Pflegeleistungen für Betroffene immer schwieriger. Das Finanzierungssystem sei unzureichend. Gefragt ist eine einheitliche Finanzierung.

„Das Problem ist, dass wir ein fraktioniertes System haben, ein System aus Sozialhilfe- und Gesundheitspolitik, gemischt mit Bundes- und Länderkompetenzen. Dort wo die Länder zuständig sind, ist anscheinend zuwenig oder kein Geld vorhanden und der Bund ist säumig bei der Erhöhung des Pflegegeldes. Die Pflegebedürftigen schaffen das nicht mehr", ärgert sich Mag. Johannes Wallner.

Verschlechtert hat sich auch die wirtschaftliche Situation der ambulanten, teilstationären und stationären Dienste, was an der geringen Tariferhöhung und am nicht valuarisierten Pflegegeld liegt. Betreuungs- und Pflegeberufe sind Zukunftsberufe, die aufgrund der demografischen Entwicklung immer mehr gefragt sind. Die Ausbildungsoffensive muss vorangetrieben werden:

„Mit der zunehmenden Pflegebedürftigkeit ist auch mehr Pflegepersonal nötig. Seit vielen Jahren schon fordern wir Rahmenbedingungen, dass sich in Zukunft wieder mehr Menschen für diesen Beruf entscheiden. Wir brauchen Durchlässigkeit bei der Ausbildung, es gibt einfach zu viele Überlappungen im Gesundheits- und Sozialbereich", erklärt Martin König, Vizepräsident Lebenswelt Heim.

Der Appell an die nächste Bundesregierung von Lebenswelt Heim ist klar und deutlich: Die beschlossenen Gesetze zur Finanzierung und Qualitätssicherung der 24-Stunden-Betreuung umsetzen, für alle Staatsbürger, egal wo und wie Betreuungs- und Pflegeleistungen erbracht werden, gleiche steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Rahmenbedingungen.

Rückfragehinweis:

Lebenswelt Heim, Dachverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs, Ottakringer Straße 264, 1160 Wien, Internet: www.lebensweltheim.at
Gabriele Tupy, Unternehmenskommunikation Mobil: 0699/ 11552578 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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