Wien, 05. November 2013 – Die Pflege- und Betreuungssituation hat sich in Österreich in den vergangenen Jahren durch die demografische Entwicklung und dem damit verbundenen Anstieg von chronischen Leiden und Mehrfacherkrankungen bei hochaltrigen Menschen, verändert.

Ein höherer Pflegebedarf ist die Folge. Der derzeit sehr unterschiedliche Personalschlüssel in der stationären Langzeitpflege muss dringend vereinheitlicht werden, mit gesetzlich festgelegten Mindeststandards für alle Bundesländer, fordert der Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs.

Derzeit ist der Personalschlüssel in den stationären Langzeiteinrichtungen in den Bundesländern sehr unterschiedlich. Während in einem Bundesland in einem Alten- und Pflegeheim mit 60 BewohnerInnen 35 Pflegekräfte zur Verfügung stehen, sind es in einem anderen Bundesland nur 20 – ein enormes Ungleichgewicht, das auszugleichen ist. Diese Forderung stellt Lebenswelt Heim, der Bundeverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs – neben der langfristig gesicherte Finanzierung der Pflege – an die Koalitionsverhandler.

Durch das Pflegefondsgesetz wurden bereits strategische Eckpfeiler zu einer langfristigen Weiterentwicklung in Richtung Harmonisierung von Leistungsangeboten, Leistungsversorgung, Transparenz und Steuerung gesetzt. „Eine einheitliche österreichweite Finanzierung, die im Pflegegesetz geregelt ist, erfordert aber auch einheitliche Strukturqualitätskriterien in ganz Österreich“, so Mag. Johannes Wallner, Präsident von Lebenswelt Heim dem Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs. Er ergänzt: „Jede im Gesundheitswesen tätige Person ist gesetzlich zur Ausübung ihres Berufes ohne Unterschied der Person verpflichtet – ein bundesweit vergleichbarer Personalschlüssel soll dafür die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen.“. Dies würde einen großen Beitrag zur Steigerung der Transparenz und besonders der Gerechtigkeit des Pflegesystems in Österreich leisten, denn alle ÖsterreicherInnen würden nach den gleichen Qualitätsvorgaben betreut und gepflegt werden.

Auch der Bundesrechnungshof stellte im Mai 2013 fest, dass durch eine fehlende bundeseinheitliche Gesetzgebung stark divergierende Leistungsstandards in den einzelnen Bundesländern bestehen. Er empfiehlt einheitliche Grundlagen für Bedarfs- und Entwicklungspläne und eine österreichweit einheitliche Definition der Qualitätskriterien. Das betrifft Strukturparameter (Personalschlüssel, Heimgrößen, Ausstattung), Qualitätssicherung und die Verfügbarkeit von Leistungen.
In zahlreichen Arbeitskreisen des Bundesverbandes der Alten- und Pflegeheime Österreichs haben sich ExpertInnen für den oberösterreichischen Personalschlüssel als Mindestpersonalschlüssel ausgesprochen, weil damit praxistaugliche Größen- und Qualitätsmerkmale erfüllt werden können.
Zum Qualifikationsmix wird empfohlen, dass anstelle der in der Oberösterreichischen Alten- und Pflegeheimverordnung (§16 Abs.2) genannten Qualifikation als Fachsozialbetreuer Altenarbeit (FSB „A“) bzw. Diplomsozialbetreuer Altenarbeit (DSB „A“) für die anderen Bundesländer derzeit die Gleichstellung mit der Qualifikation der Pflegehilfe erforderlich ist. Auf dieser Grundlage soll ein Mindeststandard in allen Bundesländern gesichert werden, der einheitliche Qualitätsvorgaben definiert und eine angemessene Pflegequalität gewährleistet. Jene landesgesetzlichen Vorgaben, die über den oberösterreichischen Mindestpersonalschlüssel hinausgehen, werden vom Bundesverband der Alten- und Pflegeheime jedoch ausdrücklich befürwortet.

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