Wien, 11. Oktober 2014 - Wien (OTS) - Der Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs „Lebenswelt Heim“ begrüßt die erneut aufgebrochene Pflegedebatte und bezeichnet diese als notwendig und richtig.

Gleichzeitig betont der Verband die Notwendigkeit eines umfassenden Gesamtkonzeptes und kritisiert die neuerlichen Verschärfungen für Pflegegeld­-Bezieh­er. Auch brauche es Maßnahmen zur Attraktivierung des Pflegeberufes, um dem Personalmangel entsprechend begegnen zu können. Gefordert werden deutliche Verbesserungen der Strukturen für den stationären geriatrisch/gerontologischen Bereich.

Die von Bundesminister Hundstorfer initiierte Adaptierung des Pflegegeldes ab 2016 kann aus Sicht des Bundesverbandes der Alten- und Pflegeheime Österreichs „Lebenswelt Heim“ nur ein erster Schritt sein, zumal mit einer Erhöhung um zwei Prozent nicht mal die Teuerungsrate abgefangen werden könne und somit keine wirkliche Entlastung erreicht werde. Das Pflegegeld stelle eine wichtige Säule der Finanzierung des Pflegesystems dar - eine nicht adäquate Valorisierung bedeute, dass die erforderlichen Mittel zur Aufrechterhaltung des Systems aus anderen Töpfen lukriert werden müssten. Die Verschärfung hinsichtlich der Pflegegeld-Stufen 1 und 2 sieht der Verband sehr kritisch, da insbesondere Angehörige dadurch vermehrt in die Verpflichtung zur Leistungserbringung gedrängt würden. So werde der im Regierungsprogramm festgelegte Grundsatz Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, konterkariert.

„Insbesondere in Hinblick auf die Pflege und Betreuung der älteren Generation bedarf es eines schlüssigen Gesamtkonzeptes. Mit dem prognostizierten Einsparungspotenzial dieser Maßnahmen können die bestehenden strukturellen Schwächen des Pflegesystems jedoch in keiner Weise kompensieren werden“ so Markus Mattersberger, Präsident des Bundesverbandes. Er betont, dass aktuell rund 49% der Pflegegeldbezieher älter als 80 Jahre alt sind und dass sich die Zahl der heute 80-Jährigen bis zum Jahr 2030 nahezu verdoppeln werde. Um dieser Entwicklung, welche verschärft werde durch sich verändernde Familien- und Haushaltsstrukturen, adäquat begegnen zu können, bedürfe es eines konsequent durchdachten Gesamtkonzeptes. In diesem seien zudem deutliche Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufes zu setzen, um dem ohnedies schon bestehenden Personalmangel entgegen zu wirken.

Hierzu werden vom Bundesverband der Alten- und Pflegeheime „Lebenswelt Heim“, neben einer Verbesserung des Nahtstellenmanagements zwischen den verschiedenen Pflegeangeboten, deutliche Verbesserungen der Strukturen für den stationären geriatrisch/gerontologischen Bereich gefordert. Dieses Erfordernis wird durch die aktuelle WIFO-Studie klar bestätigt! 

Rückfragehinweis:
Markus Mattersberger, MMSc MBA
Präsident Lebenswelt Heim, Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs
Tel: + 43 (0)1 585 15 90 Mobil: + 43 (0)676 444 40 34 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
Gabriele Tupy imzusammenspiel kommunikationsmanagement
Mobil: + 43 (0)699-100 277 40 EMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.